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Blog: Perspektiven aus dem modernen HR Management als Impulse für Sie

Jede Woche beleuchtet HR & Perspektiven wichtige Aspekte aus einem Themenfeld modernem HR Management, als Impuls und zur Ableitung von Handlungsfeldern im eigenen Unternehmen.  



Vorab: Zur besseren Lesbarkeit der Texte ist wird nur die männliche Form aufgeführt, alle anderen Geschlechter sind gedanklich inkludiert. 


Kontaktieren Sie uns gerne, um in den Mastermind Gruppen für modernes HR Management zum Austausch von Praxistipps und Empfehlungen aufgenommen zu werden. 



04.12.2019

Handwerksbetrieb mit starker Arbeitgebermarke werden – mit diesen Tipps!

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Das Handwerk sucht händeringend nach Personal. Die Auftragsbücher sind voll und können kaum abgearbeitet werden – es fehlt an Auszubildenden* genauso wie an Fachkräften*. 
* Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter
 

Doch so ausweglos die Lage sich auch darstellen mag, es gibt Stellschrauben und ungenutzte Potenziale für Handwerksbetriebe, um sich personell wieder stärker aufzustellen und den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern.  

Ich sprach mit Gudrun Petz, Gründerin von Profis-for-you.de, einer Onlineplattform zur Auftragsvermittlung von qualifizierten und geprüften Fachbetrieben für über 140 Branchen in Bayern, die aufgrund ihrer engen Zusammenarbeit tiefe Einblicke in die Personalthemen der Handwerksbetriebe hat. Gemeinsam haben wir im Gespräch einige Tipps und Inspirationen zusammengetragen, die dem Handwerk helfen, als gute Arbeitgeber besser wahrgenommen zu werden, zur Gewinnung neuer Mitarbeiter* und Bindung des bestehenden Personals. 
Tipp 1: Werden Sie sich Ihrer Stärken als Arbeitgeber bewusst, und entwickeln Sie diese weiter! Ansatzpunkte sind:  
Flache Hierarchien und Wendigkeit:  
Laut Gudrun Petz können Handwerksbetriebe damit punkten, dass sie über flache Hierarchien und schnelle Entscheidungswege verfügen. Machen Sie dies aktiv zu Ihrem Vorteil. Lassen Sie Ideen und Verbesserungsvorschläge Ihrer Mitarbeiter zu, fördern Sie eigenverantwortliches Arbeiten, bringen Sie Ihren Leuten Wertschätzung entgegen und entwickeln Sie so ein offenes, vertrauensvolles und gewinnbringendes Miteinander im Betrieb. Kostet nichts, bringt aber so viel. 
Augenhöhe:  
Pluspunkte sammelt auch, wer seinen Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnet. Haben Sie ein offenes Ohr für deren Sorgen, nehmen Sie die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter ernst und finden praktikable Lösungen. Ein immer wiederkehrendes Beispiel, laut Gudrun Petz: Ein Mitarbeiter in einem kleinen Betrieb möchte Teilzeit arbeiten. Prüfen Sie den Wunsch mit Bedacht, bevor Sie vorschnell ablehnen. Eventuell ist es darstellbar, oder kann zumindest für eine begrenzte Zeit ausprobiert werden. Mitarbeiter, auf die eingegangen wird, sind motivierter und loyaler.  
Bezahlung:  
Gudrun Petz erwähnt auch, dass eine angemessene Bezahlung nach wie vor noch nicht überall Gang und Gäbe ist. Das Gehalt sollte einen gewissen Lebensstandard sichern. Wenn das gewährleistet ist, spielt Geld darüber hinaus eine eher unbedeutende Rolle, sofern die restlichen Rahmenbedingungen passen. Dennoch können Sie mit zusätzliche Entgeltbestandteilen wie Prämien, Leistungen zur betrieblichen Altersversorgung oder betriebliche Krankenzusatzversicherungen einen Unterschied machen. Oder Sie bieten vergünstigte Smartphones, Tablets etc., was insbesondere die jüngeren Arbeitnehmer-Generationen sehr anspricht.  
Weiterentwicklung nicht nur mit teuren Weiterbildungsmaßnahmen 
Fördern und entwickeln Sie Ihre Mitarbeiter. Übertragen Sie Verantwortung, und sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter an immer wieder neuen Aufgaben wachsen können. Feiern Sie Erfolge und loben Sie Ihre Leute für ihre gute Arbeit und großen Einsatz. Anerkennung tut so gut und hat einen so positiven Effekt auf die Motivation.  
[font=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Klarheit darüber, was Ihre Leute motiviert: [/font][font=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif] [/font]
Fragen Sie nach, was Ihre Mitarbeiter motiviert, was sie sich vom Arbeitgeber erwarten, und nehmen Sie das Feedback ernst. Mitnichten müssen alle Wünsche müssen gewährt werden, kommunizieren Sie aber, an welchen Ideen Sie arbeiten wollen und welche Vorschläge nicht praktikabel sind. So tragen Sie aktiv dazu bei, dass Ihre Mitarbeiter Botschafter Ihres Betriebes werden. Und wenn Mitarbeiter bei Bedarf auf dieser Weise aktiv neue Mitarbeiter werben können, ist dem Arbeitgeber erneut geholfen.  
Tipp 2:  Definieren Sie Ihre Zielgruppen, aus denen Sie neues Personal rekrutieren möchten, und entwickeln Sie eine zielgruppenorientierte Ansprache:  
Laut Gudrun Petzt kommt die Überlegung, wen die Handwerksbetriebe mit welchen Argumenten von sich überzeugen möchten, in den meisten Fällen zu kurz. Entsprechend laufen die Versuche, nach außen zu kommunizieren und sich effektiv zu präsentieren, ins Leere.   
Fragen Sie sich: Welche Mitarbeiter wollen Sie für sich begeistern? Azubis, gelernte Fachkräfte, Meister? Lohnt es sich nochmals genau zu prüfen, ob Sie Frauen und Männer gleichermaßen ansprechen? Sind Sie offen für Migranten und Flüchtlinge? Macht es für Ihren Betrieb Sinn, Weiterbildungsangebote für Geringqualifizierte oder Umschulungen anzubieten? Ist Ihr Betrieb geeignet für Behinderte? Adressieren Sie bei der Suche auch Azubis auch z.B. Abiturienten oder Studienabbrecher?  
Und welche Argumente können die von Ihnen avisierten Zielgruppen überzeugen, dass Sie als Handwerksbetrieb ein guter Arbeitgeber mit Perspektive sind? Die Generationen X, Y, und Z ticken in mancherlei Hinsicht unterschiedlich, und können daher unterschiedlich motiviert werden. Setzen Sie sich mit der Thematik auseinander, entwickeln Sie eine zielgruppenorientierte Ansprache und machen Sie auf sich aufmerksam, mit Erfolg! 
Tipp 3:  Sorgen Sie für eine gute Homepage mit einer ansprechenden Rubrik über Sie als Arbeitgeber. Informieren Sie hier die Website Besucher über  
-       Ihre Qualitäten als Arbeitgeber, was Sie ausmacht, was Sie bieten.  
-       Erstellen Sie individuelle Rubriken für Ihre Zielgruppen, wo Sie sich orientiert an den Vorlieben der jeweiligen Arbeitnehmergruppen präsentieren können. Beispiele sind:  
o   Selbstständiges Arbeiten für qualifizierte Fachkräfte 
o   Gute fachliche und persönliche Betreuung von Menschen in der Aus- und Weiterbildung 
o   Wohnortnähe und Flexibilität für Mitarbeiter mit Familie 
-       offene Stellen, Möglichkeiten für Praktika und ob Initiativbewerbungen willkommen sind (empfohlen!) 
-       den Ablauf von Ausbildungen in Ihrem Betrieb 
-       das bestehende Team, mit Bildern und Zitaten zu Ihnen als guten Arbeitgeber 
-       ggfs. über Events, wo man Sie als Arbeitgeber näher kennen lernen kann (z.B. Tage der offenen Tür, Arbeitgebermessen)  
-       über den Ansprechpartner für Bewerbungen mit entsprechenden Kontaktdaten und gerne mit Bild, etc.  
Tipp 4: Werden Sie sichtbar in den Sozialen Medien! 
Als einen der Hauptgründe für unbesetzte Ausbildungsstellen sieht Gudrun Petz die mangelhafte Sichtbarkeit von Handwerksbetrieben in den Medien, die für die jungen Leute relevant sind. Beispiele: Youtube, Instagram, Snapchat etc.  
Suchen Sie sich Social Media Kanäle aus, auf denen Sie Ihre Zielgruppe vermuten, und bespielen Sie diese mit Information aus dem Arbeitsalltag. Dazu könnten zum Beispiel Vorher-Nachher Dokumentationen, die Ihre Arbeitsergebnisse zeigen, gehören. Wenn Sie regelmäßig aktiv sind, werden Sie dauerhaft präsent in den Köpfen Ihrer Zielgruppe.  
Es ist natürlich nachvollziehbar: Viele Meister*innen / Betriebsleiter*innen haben keine Zeit sich mit einer Sichtbarkeitsstrategie in den sozialen Medien auseinander zu setzen. Doch warum selber machen? Bitten Sie doch Ihre medienkompetenten Mitarbeiter*innen ein Konzept zu entwickeln, Fotos oder Videos aufzunehmen und mit passenden Hashtags versehen hochzuladen.  Ihr Ergebnis: Authentische Einblicke in Ihre Arbeit und den Betriebsalltag, und motivierte Mitarbeiter, die ihr Hobby zu einem kleinen Teil ihres Berufs machen dürfen und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf den Arbeitgeberauftritt haben. Und einen positiven Nebeneffekt gibt es zusätzlich: Auch aktuelle und zukünftige Kunden können sich über die Sozialen Medien von Ihrer Arbeit überzeugen, was wiederum für neue Aufträge sorgen kann.  
Tipp 5:  Nutzen Sie Stellenportale zur Positionierung – einige sind kostenfrei:  
Es gibt eine Reihe von Stellenportalen, die mitunter sogar kostenfrei bespielt werden können. Hier kann sich der Handwerksbetrieb mit einer durchdachten, attraktiv und gleichzeitig authentisch formulierten Stellenanzeige positionieren. Schildern Sie nicht nur, welche Aufgaben zu erledigen sind und was Sie von den Bewerbern fordern, sondern vermitteln Sie auch hier, was Sie bieten und was Sie als Arbeitgeber besonders macht.  
Nutzen Sie weiterhin die oft kostenfreien Portale zur Ausschreibung von Praktika. Weiterhin empfiehlt sich, dass der Betrieb und offene Stellen bei der Agentur für Arbeit gelistet sind.  
Tipp 6: Stärken Sie Ihre regionale Sichtbarkeit 
Gudrun Petz sieht zuletzt auch Potenziale in der „analogen“ Sichtbarkeit als Arbeitgeber in der Region:  
- Treten Sie als Sponsor auf bei lokalen Sportevents, Kinder-Ferienprogrammen etc. 
- Stellen Sie Ihren Betrieb an Schulen vor, wo Sie mit Schülern in Kontakt kommen und die Möglichkeit einer Ausbildung in Ihrem Betrieb vorstellen können. Bieten Sie Schnuppertage und Ferienpraktika an.  
- Nehmen Sie an regionalen Azubi-Messen teil. Besonders überzeugend ist, wenn dort Ihre aktuellen Azubis unterstützen und interessierten Schülern aus ihrem Arbeitsalltag erzählen.  
 
Das sind nur einige von vielen Ideen, wie Handwerksbetriebe als attraktive Arbeitgeber stärker auftreten und gegen den Personalmangel angehen können. Für weitere Ideen, Beratung und Unterstützung steht Patrizia Kaiser von HR & Perspektiven gerne zur Verfügung.  
Zur Vermittlung von geprüften und regionalen Betrieben aus den Bereichen Handwerk, Dienstleistungen aller Art, Catering und Eventlocation kontaktieren Sie Gudrun Petz und ihr Team auf profis-for-you.de. 
Interessierte Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe aus Bayern, die gerne als Partner von Profis-for-you.de an private und gewerbliche Kunden weiterempfohlen werden möchten, melden sich gerne ebenfalls bei Frau Petz.   

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